Soldaten - Stellt euch auf! Heute ist der Tag, an dem wir Geschichte schreiben werden. Heute werden wir den Launch des wohl besten Shooters des Jahres feiern, denn Infinity Ward veröffentlicht Call of Duty: Modern Warfare 2. Macht das Blei sauber, putzt die Waffen und setzt euch an die Controller - Es kann los gehen! Wir haben nämlich die Ehre, einer der Blockbuster der Videospiel-Welt unter die Lupe zu nehmen. Die Terroristen dürfen nicht siegen - Wir müssen unsere Nation vor dem Krieg bewahren. Los, Los, Los! — So in etwa dürften wir uns fühlen, wenn wir die ersten Minuten von Modern Warfare 2 genießen. Wir haben für euch die PlayStation 3-Version ausgepackt und in Sony's Konsole geschoben. Lohnt sich der virtuelle Krieg wirklich? Wie schlimm sind die Gewaltszenen und wieviel Spaß macht der SpecOp-Modus? Das alles erfahrt ihr in unserem ausführlichen Spiele-Test zu Call of Duty: Modern Warfare 2! Und nun zu den Zeilen, junger Soldat!

Was passierte, was passieren wird..
Die Realität lässt uns jeden Tag das durchleben, was Infinity Ward nun erneut zum Videospiel gebracht hat. Die Nachrichtensender berichten von Kriegen, Selbstmordanschlägen und Gewalt in Städten, Ländern und Regionen. Grausame Taten werden täglich auf unserem heimat Planeten zu Kunde getragen. Ein Grund, uns die Augen zu öffnen, selbst in die Rolle eines Terroristen zu schlüpfen und zu erleben, was weit von uns entfernt passiert? Diese Frage wurde vorallem in den letzten Wochen öfter gestellt. Die wohl kontroverste Szene eines Videospiels: Terroristen stürmen einen russischen Flughafen, schießen auf Zivilisten - Alles ist Blut verschmiert - und es folgen Schreie. Willkommen in der virtuellen Hölle der Realität. Der Grund, wieso wir das durchleben? Infinity Ward möchte den Spielern den Hass auf solche Menschen aufbinden. Lasst den Krieg beginnen und Makarovs finden.
Was bisher geschah..
Damit wir einen Einblick in die Geschichte der Modern Warfare-Serie erhalten, hat sich Infinity Ward die Mühe gemacht, ein beeindruckendes Intro zu liefern. Dieses erzählt euch in knappen Szenen die Vorgänger-Geschichte. Wer ist Soap? Was will Captain Price? Diese Fragen werden in wenigen Stücken an alten Syncros. hervorgehoben und dem Spieler direkt auf deutscher Sprache serviert. Die Syncronisation braucht sich nicht verstecken, ähnlich wie beim Vorgänger. Damit die Jungs uns jedoch nicht lange auf die Folter spannen, werden wir zunächst in eine Art Tutorial geschickt. Auf dem Schlachtfeld steht ein Parkour bereit.
So müssen wir die Ziele mit unserem Schnellschuss-Maschinengewehr treffen. Natürlich muss der Soldat für seinen Kampf trainiert und vorbereitet werden. Nach der Schießübung werden wir auf Herz und Nieren getestet. Uns verschlägt es in einen Graben, welcher voll mit Papp-Terroristen und Feinden ausgestattet ist. Eine Zeit gibt uns vor, wieviele Gegner in der entsprechenden Zeit abschießen müssen. Dabei müssen wir zwingend auf die Sicherheit der Zivilisten achten. Diese dürfen wir zwar bis zu vier mal treffen, jedoch ist euer Ranking hinterher besser, wenn ihr keinen der friedlichen Papp-Figuren abschießt.
Los, los, los!
Ihr denkt, Infinity Ward macht es euch leicht, die Waffen scharf zu machen und auf Gegner zu schießen? Natürlich nicht, denn ihr könnt je nachdem wie ihr die Tutorial-Mission abschneidet einen Schwierigkeitsgrad auswählen. Für Neusteinsteiger wird der Grad der Rekruten oder des Soldats empfohlen. Hardcore- und Call of Duty Liebhaber können jedoch zum Veteran Modus greifen. Diese unterscheiden sich nicht nur in der Anzahl der Gegner während eines Einsatzes, sondern auch von der Intelligenz her. Die russischen Einheiten verstecken sich hinter Säulen, Mauern, Fässern, Autos und anderen Gegenständen um unversehrt zu bleiben.
Bereits der erste Abschnitt zeigt im Soldaten-Modus, was auf den Shooter-Freund zu kommt. So werden wir ins Einheit-Gebiet gerufen und müssen unsere Gegner eleminieren, da diese eine Brücke einnehmen wollen. Auf der anderen Seite des Flusses, der zwischen uns fließt, wird scharf zu uns rüber geschossen. Deckung ist die oberste Pflicht. Uns wird befohlen, den Granaten-Werfer unseres Maschinengewehrs zu benutzen. Nachdem wir die ersten Gegner in die Dunkelheit befördert haben, müssen wir vorrücken. Mithilfe eines Panzers und eines Jeeps, ausgestattet mit einem Maschienengewehr wird der Weg frei gemacht. Schreie der Einheiten dringen durch die Ohren "Das rechte weiße Gebäude muss einstürzen". Schon passiert, es fällt während wir auf dem Truck sitzen in sich zusammen. Ganz großes Kino, Infinity Ward!
Der Krieg bricht aus!
Jedoch möchten wir in diesem Punkt ein Stop-Zeichen hervorziehen und euch ein anderes Kapitel des Shooters vorstellen. Dabei handelt es sich um die umstrittene Airport-Mission, welche in Russland spielt. Als Undercover-Agent stürmen wir den russischen Flughafen mit Makarov, dem Kopf der feindlichen Einheit. Nach wenigen Sekunden bricht das Chaos aus. Es wird auf Zivilisten geschossen. Bekanntlich sollte der Spieler selbst auf die Unschuldigen schießen dürfen, was allerdings nicht vorkommt. Schießt der Spieler auf einen Zivilisten, erscheint die "Game Over" Meldung. Doch Makarov und seine Männer räumen den Airport ordentlich auf. Überall fließt Blut, die getroffenen, jedoch lebenden Menschen schleifen sich mit letzter Kraft über den Boden und rufen um Hilfe. Überall wird geschrien. Die ersten Sirenen sind zu hören, die russische Polizei rückt an und macht den Flughafen sicher. Nun heisst es: Abhauen! Auf uns wartet ein Transporter, getarnt als Krankenwagen. Jedoch scheint alles anders als gedacht: Unsere Tanung fliegt auf. Der Krieg entfacht, denn die Russen denken, dass die US-Amerikaner für den Anschlag verantwortlich sind.
Dies ist eine der Szenen, bei der selbst der Autor dieser Zeilen verwundert war. Infinity Ward traut sich vieles und lässt die Realität nachspielen. Bereits bevor der Shooter gestartet wird, taucht die Meldung auf, das Modern Warfare 2 Szenen beinhaltet, die nicht für schwache Nerven geeignet sind. Ihr könnt selbst entscheiden, ob ihr ein Teil der Missionen sein wollt, oder eher nicht. Daher bieten die Entwickler die Möglichkeit an, den Abschnitt zu überspringen.
Die Hölle hat einen Namen: Washington
Nachdem wir die Airport-Mission absolviert haben, werden wir in verschiedenen Kriegs-Gebieten gefordert. Mal fordert man von euch Geschicklichkeit mit der Waffe, da ihr Gegner ohne großes Aufsehen ausknipsen müsst ,oder das schnelle Agieren. Das Spiel ist nicht nur abwechslungsreich, sondern verdammt spannend! Das zeigt euch auch die nächste Mission, die wir euch in wenigen Sätzen beschreiben wollen.
Nachdem der Krieg seine Form angenommen hat, trifft es die US-Hauptstadt Washington D.C. Die Russen haben Helikopter, Flugzeuge, Bodentrupps und Panzer los geschickt, um Amerika zu zeigen, dass ihr Land kein Ziel von terroristischen Aktivitäten sein darf. Immerhin wirkt alles so, als hätten die US-Soldaten den Anschlag auf den Flughafen durchgeführt. Eine große Lüge? Erfahrt es selbst. Jedoch kehrt ihr zurück in die Mission, welche Washington in Flammen zeigt. Das "White House" ist getroffen, ebenso das Kapitol. Über der Stadt liegt ein roter Schimmer. Überall fliegen Raketen, Schüsse und Soldaten durch die Gegend. Bomben explodieren - ein wahres Horror-Szenario. Sind wir im Kino? Nein, wir sind in Modern Warfare 2!
Kooperations-Modus adé, hallo Spec-Op!
Solltet ihr den Story-Part des Infinity Ward' Shooters absolviert haben, welcher leider nur wenige Stunden beansprucht, werdet ihr zum Spec-Op oder auch Speziel-Einheiten-Modus wechseln. Gemeinsam mit einem Freund oder Solo könnt ihr durch verschiedene Level stampfen. Ähnlich wie bei der Single-Player-Kampagne könnt ihr den Schwierigkeitsgrad auswählen. Dieser besteht im Spec-Op Modi nur aus drei Rängen. Je höher der Rang, umso mehr Sterne bekommt ihr. Sammelt ihr Sterne, erhaltet ihr Zugang zu einem höheren Spec-Op Modi, welche in Alpha, Delta etc. aufgeteilt sind. Jede Rubrick enthält nochmal fünf Missionen. So warten um die 35 zusätzlichen Abenteuer auf den Shooter.
Dieser Ausflug beeindruckt vorallem durch seine Motivation. Umso mehr Punkte ihr in einer Zeit absolviert, umso bessere Sterne erhaltet ihr. Beispielsweise dürft ihr gemeinsam mit einem Freund ein Schneemobil-Wettrennen absolvieren. Der Gewinner erhält Sterne, der Verlierer Spott. So wird Modern Warfare 2 nicht langweilig. Habt ihr genug von LAN-Spielerein, könnt ihr einen Online-Freund einladen und gemeinsam mit diesem die Kooperativen-Missionen abschließen. Ob ihr Erfolg haben werdet, bleibt euch überlassen. Nur eines sei gesagt: Zusammenarbeiten ist überaus wichtig, im Spec-Op Modus!
Ein Multiplayer, der sich gewaschen hat!
Bereits mit Call of Duty: Modern Warfare konnte Infinity Ward bei seiner Multiplayer-Community punkten. Über Millionen von Spielern treiben sich durch die zahlreichen Maps und dessen Erweiterungen herrum. Nun kommen nicht nur neue Karten hinzu, sondern zahlreiche neue Modi und die so genannten Perks. Die neue Erweiterung lässt euch entweder cool, oder eher bescheiden vor den anderen Mitspielern aussehen. Schießt ihr beispielsweise einen Hubschrauber ab, erscheint der Status, dass ihr der jenige seid, welcher sich um die Luftobjekte gekümmert hat. Jeder auf der Karte kann euren "Perk" dann während der Partie sehen.
Zusätzlich bringt die PC-Version keine Dedicated Server mehr mit sich. Alles läuft über das IWNET, welches sich an das Battle.net orientiert. Der Spieler kann das Matchmaking-System benutzen, Private Matches starten, Freunde einladen oder Chats starten. Eine InGame-Console für den Online-Ausflug steht ebenso bereit. Jedoch stößt diese Erneuerung bei der PC-Community auf keine freundlichen Kritiken, sondern eher im Gegenteil. Die Konsolen-Version hingegen profitiert von diesem Feature. Habt ihr jemanden im PlayStation Network, welcher unter euren Freunden eingetragen ist und ebenso Modern Warfare 2 besitzt, dann könnt ihr diesen einladen und gemeinsam online spielen oder den Spec-Op Modi genießen.
Moderne Grafik? Moderner Sound!
Nicht nur die Geschichte, der Spec-Op-Modi oder der Multiplayer-Modus ist beeindruckend, sondern auch der gigantische Soundtrack, welcher von Hans Zimmer komponiert wurde. Passend zur richtigen Situation, drönen rockige, brutale aber auch stille Musik-Stücke in die Ohren des Shooters. Ordentliche Arbeit, denn das ganze Ereignis wird perfekt durch den Soundtrack abgerundet und bringt eine düstere Atmosphäre daher.
Leider waren wir etwas unbeeindruckt von dem, was Infinity Ward versuchte. Wird der Spieler angeschossen, färbt sich der Bildschirm rot und Blutflecken bedecken das Bild. Eine nette Idee, jedoch verliert man dadurch die Übersicht und verrennt sich meistens. Jedoch können wir damit leben und genießen die Landschaften in Russland, im ewigen Eis und natürlich in hohen Lüften. Modern Warfare 2 braucht sich nicht verstecken, denn optisch stimmt hier alles. Wer die Wahl hat und viel Wert auf eine Grafik-Pracht legt, der sollte sich die PC-Version zulegen. Diese wirkt deutlich schärfer als die Konsolen-Edition.
Die Ladezeiten sind ebenso sehr gering gehalten. Eine Installation ist auf der PlayStation 3 nicht möglich. Ihr dürft sofort los legen und das in wenigen Sekunden.